Das Phänomen Einkaufswagendiebstahl im Supermarkt

“Gelegenheit macht Diebe” heißt ein altes Sprichwort – und das insbesonders in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise. So passiert es in Supermärkten häufiger, dass kurzzeitig geparkte Einkaufswagen einfach geklaut werden. Manchmal irrtümlich, manchmal aber ganz bewusst. Schließlich steckt eine Euro-Münze drin.

Unauffällig, schnell, profitabel, kriminell.

Trickdiebe machen sich erst gar nicht die Mühe, den entführten Einkaufswagen zurückzubringen, um den Euro zu lösen. Den “Schlüssel”, mit dem die die Münze herausspringen lassen, haben sie bereits dabei. Innerhalb von Sekunden wird relativ unbemerkt der Euro gegen eine Plastikmünze ausgetauscht. Der Diebstahl fällt erst auf, wenn der Einkaufswagen zurückgebracht wird.

Lohnt sich der Diebstahl?

Angenommen, ein Dieb lauert an einem Samstag in einem Supermarkt mit Öffnungszeiten 10:00-20:00 Uhr auf seine Beute. Pro Stunde gelingt es ihm, 10 Einkaufswagen zu knacken. Das sind 10 EUR die Stunde, 100 EUR pro Tag, 400-500 EUR pro Monat. Netto. Nur dadurch, dass am Samstag 1-Euro-Münzen aus Einkaufswagen klaut.

An den übrigen 5 Tagen könnte er vielleicht 5 Einkaufswagen pro Stunde knacken. Das wären 1000 EUR zusätzlich pro Monat. Netto.

So könnte ein Einkaufswagendieb 1400 EUR pro Monat steuerfrei erbeuten.